Jupiter

Claus Riemann über Jupiter

Jupiter ist der größte aller Planeten, also hat er mit den großen Dingen zu tun. Wenn vergleichsweise die saturnische Wahrheit die wäre: Du bist nur Staub und Asche, du bist ein winziges Atom in einem riesigen Universum, also nimm dich bitte nicht so wichtig, nimm demütig deine Kleinheit und Unvollkommenheit und Begrenztheit an, dann wäre Jupiter der Gegenpol: Du bist ein göttliches Wesen, du bist mit dem inneren Adel geboren. Du bist zu Höherem berufen, welchen Namen auch immer du diesem Höheren gibst. In dem Horoskopfeld, in dem Jupiter steht, da bist du mit dem Auftrag angetreten zu wachsen, das Beste aus deinen Möglichkeiten zu machen, es sind deine persönlichen Heiligtümer und Gottesbilder. Hier gehört das Leitmotiv des Priesters oder der Priesterin her. Damit sind sowohl Priester in der äußeren Welt gemeint, das heißt: Zu welchem Priester oder Guru zieht es dich am ehesten hin? Auf der anderen Seite – je älter du wirst – wenn du selbst in die Rolle dessen kommst der die Botschaften gibt, der sich als Missionar im Dienst eines Ideals begreift, dann wirst du selber den inneren Priester mit der zugehörigen Aufgabe in dir entdecken. Das Feld in dem Jupiter steht wäre die Lebensbühne auf der du diesem Motiv des Priesters begegnest.

Früher hieß es, Jupiter sei “das große Glück”. Man könnte insofern sagen, dass das nicht ganz falsch ist, denn von der Wahrnehmung her zeigt dir Jupiter immer das halbvolle Glas, während Saturn der “Unglücksbringer” ist, weil er dir immer das halbleere Glas zeigt. Jupiter zeigt dir zwar auch deine Unzulänglichkeiten auf, aber eher mit dem Ansporn: Du kannst es schaffen, es ist möglich das Licht zu erreichen, das Ideal zu verwirklichen.

Mit Blick auf die Psychologie wäre Saturn Angst vor Misserfolg, Jupiter dagegen die Hoffnung auf Erfolg. Beides bringt dich in die Gänge, nur dass ersteres nicht so viel Spaß macht wie letzteres. Saturn wäre die Peitsche, die ein Pferd von hinten antreibt, Jupiter eher die Rübe oder das Zuckerstück das vor dem Mund hängt.

In der traditionellen Astrologie wird Jupiter meist einseitig als Licht- und Glücksbringer betrachtet, aber er hat wie alles andere auch seine Schattenseiten. Hier spezifisch die Schattenseite, die Ideale mit sich bringen. So schön es sein mag, Ideale zu haben, so schwer kann es auch sein sich mit der Wirklichkeit anzufreunden. Bei Jupiter hast du immer eine Forderung an den Kosmos wie etwas sein sollte, und du kannst nur schwer mit dem zufrieden sein, was ist. Die Lebensfeindlichkeit der Ideale und Ansprüche sind hier die Schattenseite. Das Unrealistische das viele Ideale haben, können dich in eine Spaltung bringen zwischen Ideal und Realität. Positiv gesehen ist das der innere Antreiber, der dich auf den Weg, auf die Pilgerfahrt bringt, auf der anderen Seite kann es dich in eine Maskenhaltung bringen, in der du glaubst, immer etwas vorgeben zu müssen. Dass du versuchst ein Ideal darzustellen, das innerlich noch nicht richtig gewachsen ist.

 


Dreifach-CD-R, € 39.90

Auf dieser Dreifach CD-R bespricht Claus Riemann die Bedeutung des Jupiter in den zwölf Feldern des Horoskops.

Hörprobe: Jupiter im zweiten Feld

Astronomische Daten zu Jupiter