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Krebs
22.6.-22.7.
  CD-Inhaltsangabe und Hörproben

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Ausführliche Beschreibung des Krebs-Prinzips

Krebs-Märchen:
Die drei Federn

49 Krieger

 
CD, € 14.90
 

Claus Riemann über das Tierkreiszeichen Krebs:

Letztendlich geht es bei der Krebs-Thematik um die Rückkehr zum Ursprung. Das hat damit zu tun, dass mit dem Eintritt der Sonne in das Tierkreiszeichen Krebs die Sonne den “Rückwärtsgang” einlegt. Der längste Tag ist vorbei, die Nächte werden wieder länger. Die Sommersonnwende markiert den Beginn des Krebs-Monats.

Zum Vergleich noch einmal die Widder-Thematik, das Motiv des rücksichtslosen Helden: bei Frühlingsanfang blickst du nicht zurück auf den Winter, sondern begrüßt das aufsteigende neue Leben.  Hier bei Krebs geht es um die Rück-Sicht, und in tieferem Sinne hat das mit “religio” zu tun, mit Rückbindung. Es geht um Rückbindung an den Archetyp der Großen Mutter. Und dieses Große Mütterliche hat verschiedene Erscheinungsformen.

Einmal die ganz persönliche Lebensgeschichte mit allen Erinnerungen – wohl dem, der seiner Ahnen gern gedenkt – und nicht nur die persönliche Lebensgeschichte, sondern Geschichte überhaupt – das Woher, wie fing alles an?

Eine weitere Erscheinungsform ist Mutter Erde, Mutter Natur.

Weiterhin all das, was dir vertraut geworden ist, was Seelennahrung bedeutet hat, und das können genauso vertraute Menschen wie auch vertraute Plätze oder vertraute Gegenstände sein. Ich kann mich an einen Krebs erinnern der gesagt hat, wenn er von jemandem ein Geschenk bekommen hat, dann stecken da die Menschen noch mit drin. Es geht also nicht um den materiellen Wert dieses Geschenkes, sondern um den Gefühlswert.

Eine weitere Erscheinungsform des Archetyps der Großen Mutter wäre die Welt der Nacht und des Unbewussten. Das Tageslicht wird aus dem Bauch der Nacht geboren, insofern ist die Nacht die gebärende, lebensspendende Mutter - aber nicht nur, weil sie auch jeden Abend als Mutter-Drachen das Tageslicht wieder verschlingt.

Alles was bewusst ist, was im Licht ist, ist vorher einmal im Unbewussten gewesen, im Reich der Dunkelheit, und insofern geht es auch um die schöpferische Quelle des Unbewussten, aus dem die neuen Entwicklungs- und Lebensimpulse kommen.  Die Anbindung an diese schöpferische Quelle stellt die Weisheit von Krebs sehr schön dar.

Krebs ist ja wie Skorpion und Fische eines der drei Wasserzeichen und bei Wasser geht es immer um die unsichtbaren Welten, die innere Realität. Wasserbilder für den Krebs sind der Fluss, die Quelle, der bergende, nährende, schützende Aspekt des Wassers, wie zum Beispiel die Badewanne und letztendlich das Fruchtwasser im Mutterleib. Natürlich auch der Aspekt des Wassers, der Fruchtbarkeit garantiert - im Krebs-Monat gehört der Fruchtansatz bei den Pflanzen zum Naturgeschehen. Das Wasser, das Leben spendet, der Regen zum Beispiel, aber auch das Lebenswasser, wie es zum Beispiel durch Tränen ausgedrückt ist gehören hierher. Denn Menschen, die keine Tränen mehr haben sind meist seelisch tot. Schwer depressive Menschen haben zum Beispiel keine Tränen mehr, sie haben glanzlose Augen. Dagegen wenn du dir erlaubst zu weinen, dann mag dir das zwar im Moment unangenehm sein, aber auf der anderen Seite bekommst du wieder glänzende Augen und der Fluss des Lebens ist wieder spürbar.

 

Diese Rück-Sicht, diese Rückbindung hat natürlich auch eine Schattenseite. Es gibt ja keinen Planeten und kein Tierkreiszeichen, das nur negativ oder nur positiv zu sehen wäre – jedes Urprinzip, jeder Archetyp hat seine helle und seine dunkle Seite und man bekommt das eine nicht, ohne sich auch mit dem anderen auseinander zu setzen. Die Schattenseite dieser Rückbindung ist ganz einfach durch das Wort Regression ausgedrückt. Und diese regressive Energie des Krebses würde heißen: Sich aus dem Mutterleib überhaupt nicht hinaus entwickeln wollen oder können. Immer Kind bleiben wollen, unbewusst bleiben wollen, immer versorgt bleiben wollen, sich nicht individuieren. Steckenbleiben in den alten Kindheitsmustern. Dazu gehört auch ein Leben in Erinnerungen – “weißt du noch, damals?” – und die Vergangenheit war natürlich immer viel viel schöner als das, was heute in der grausamen Gegenwart passiert.

Und so wäre die Hohe Schule dessen, was das Krebs-Motiv vom Einzelnen verlangt: Sich einerseits aus dem Reich des Mütterlichen, der Herkunftsfamilie zu befreien um nicht ewig eine Sohn- oder Tochterhaltung zu leben und doch bei aller Entwicklung die du machst, die Anbindung an das innere Kind nicht zu verlieren.