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Claus Riemann über das Tierkreiszeichen Waage:
Ein indischer Astrologe
namens Kriyananda hat verschiedene Meditationen empfohlen um die Seele der
Tierkreiszeichen einzufühlen und zu Waage hat er gesagt: Setz dich ans Meer
und konzentriere dich auf den Horizont. Er hat gesagt: Gott ist nicht wie
der Himmel, Gott ist auch nicht wie das Meer, sondern wie die Linie, in der
sich Himmel und Meer vereinigen.
Das
Waage-Symbol hat im tiefsten Sinne mit der “heiligen Hochzeit” zu tun, mit
der Versöhnung der Urgegensätze, egal ob sie nun hell und dunkel, männlich
und weiblich, yin und yang genannt werden. Der Eintritt der Sonne in das
Zeichen Waage ist definiert durch den Herbstanfang, die
Herbst-Tagundnachtgleiche, die Mitte des astrologischen Jahres. Deswegen
auch das Waage-Symbol.
Die Stimmung
im ersten Herbstmonat ist sanft und freundlich, aber auch melancholisch –
der Sommer verabschiedet sich allmählich. Die Natur ist ein Augenschmaus,
das Herbstlaub ist bunt, Vergänglichkeit ist aber noch nicht so stark
spürbar wie im nächsten Monat, der Skorpion-Zeit.
Die Aufgabe
der Waage besteht darin, für ein Gleichgewicht zu sorgen, das der kosmischen
Harmonie entspricht, die Gegensätze zu versöhnen. Es geht darum, zwischen
den Gegensätzen Beziehung herzustellen. Als Waage-Mensch kommst du von
vorneherein mit dem Bewusstsein auf die Welt, dass du nicht alleine hier
bist, dass es um ein “Wir” geht, dass das Leben erst über eine Bezogenheit
zum “Du” sinnvoll und reich wird. Hiermit ist dir gewissermaßen ein soziales
Talent in die Wiege gelegt.
Aber: Dieses
“Talent” macht auch abhängig. Denn wer so auf das “Wir” orientiert ist, der
tut sich schwer mit dem Wort “Ich”. Und wer so auf Versöhnung aus ist hat
Schwierigkeiten, mit dem trennenden Schwert der Entscheidung umzugehen. Das
ist der tiefere Hintergrund dafür, dass du bei Waage-betonten Menschen oft
so viele Entscheidungsprobleme findest. Denn Waage hat nicht die Aufgabe,
Entscheidungen zu treffen, sondern Gegensätze zu versöhnen, eine Synthese
herzustellen. Das was auseinander gefallen ist, wieder zusammenzufügen.
Waage ist das
Zeichen der Venus, die Venus hat hier ihr Domizil, das Venus-Prinzip kann
sich im Zeichen Waage in reinster Form verwirklichen. Venus/Aphrodite, die
Göttin der Liebe und der Schönheit. In jedem von uns ist Venus die Energie,
die uns zeigen kann wie Freude geht, wie Tanz geht, wie Schönheit geht – der
innere Künstler, die innere Künstlerin, alles was mit Geschmack zu tun hat.
Wenn du eine Frau bist, dann kann Venus dir zeigen, wie es für dich stimmt,
eine Frau zu sein, aber nicht auf der Ebene der Mutter – das wäre Mond –
sondern als “Weib”. Die Geliebte – Erotik und Sexualität. Wenn du ein Mann
bist, dann ist die Venus in deinem Horoskop ein Aspekt des inneren
Weiblichen, das innere Bild der Geliebten das dir in die Wiege gelegt wurde,
und das dich dann mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem bestimmten
Frauentyp hinführt.
Die
Körperentsprechungen des Zeichens Waage: Nieren und die Haut. Sehr
vereinfacht gesagt hast du als Waage-betonter Mensch in deinem Leben, in
deinem Umfeld wie eine Niere zu wirken. Die Welt zu reinigen, die Welt zu
entgiften, man könnte auch sagen zu verschönern. Und hier entsteht das
Leitmotiv der Waage: der “schöne Mensch”. Diese Schönheit hat einen äußeren
Aspekt – kein Mensch hat so ein Auge dafür was zusammenpasst oder nicht wie
die Waage – und einen inneren, und dann wäre das Leitmotiv: Der heitere,
gelassene Weise. Mit einer tiefen, tiefen Freundlichkeit. Der amtierende
Dalai Lama hat den Aszendenten im Zeichen Waage und er wurde meines Wissens
einmal gefragt was der Inhalt seiner Religion sei und da hat er ganz einfach
gesagt: “Meine Religion heißt Freundlichkeit.”
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